Mache mich bitter

zzzz

 

 

 

 

 

 

 

 

Felix Nussbaum_Selbstbildnis mit Apfelblüte

 

Zähle die Mandeln,
zähle, was bitter war und dich wachhielt,
zähl mich dazu:

Ich suchte dein Aug, als du’s aufschlugst und niemand dich ansah,
ich spann jenen heimlichen Faden,
an dem der Tau, den du dachtest,
hinunterglitt zu den Krügen,
die ein Spruch, der zu niemandes Herz fand, behütet.

Dort erst tratest du ganz in den Namen, der dein ist,
schrittest du sicheren Fußes zu dir,
schwangen die Hämmer frei im Glockenstuhl deines Schweigens,
stieß das Erlauschte zu dir,
legte das Tote den Arm auch um dich,
und ihr ginget selbdritt durch den Abend.

Mache mich bitter.
Zähle mich zu den Mandeln.

Paul Celan

 

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Über perlengazelle

Ich komme: aussem Pott. Ich bin: eine Rechenknechtin, Erbsenzählerin, Randfichte, Sitzriesin, Heinzelmännin. Ich mag: Woody Allen, Mascha Kaléko, Rilke, Siri Hustvedt, Vilhelm Hammershøi, Hannes Wader, Ludwig Hirsch, Kimmo Joentaa, Professor Boerne, Meryl Streep, Dr. Eddie „Fitz“ Fitzgerald, Walt Kowalski, den Ruhrpott-Humor, lesen, schreiben, rechnen, Föhr, Kaffee, Katzen … ... und ... und ... und ... mails an perlengazelle@web.de
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Eine Antwort zu Mache mich bitter

  1. arnoldnuremberg schreibt:

    Bittere Mandeln in Paul Celans Gedicht. Gestern im Blumenladen: langstielige knospende Zweige. Erste zartrosa Blüten. Die Floristin stellt sie vor als Mandelzweige. Drei bitte. Gut eingewickelt. Nach dem Weg durch die Kälte in lauwarmes Wasser stellen. Assoziation:

    „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
    ist das nicht in Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?
    Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit,
    achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.
    Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.
    Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.
    Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,
    das bleibt mir ein Fingerzeig für des Lebens Sieg.“

    Schalom Ben-Chorin, 1942

    Gefällt 1 Person

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