Sie hat gesungen

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Der Film zeigt die letzte Zeit im Leben der Florence Foster Jenkins, die als amerikanische Sängerin in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts bekannt wurde für ihre schrägen, weder Ton noch Rhythmus treffende Auftritte und dennoch die Konzertsäle füllte.

Nun wäre es ein leichtes gewesen, aus dem Stoff eine Klamotte zu drehen, doch die großartige Meryl Streep mit Matronenfigur und wallenden Gewändern stellt FFJ mit großer Würde und Respekt dar. Wir lernen eine Frau kennen, die als Wunderkind Klavierauftritte hatte und mit 18 Jahren von ihrem ersten Ehemann mit Syphilis angesteckt wurde. In der Folge wurde ihre linke Hand befallen, so dass eine Karriere als Konzertpianistin nicht möglich war. Eine Frau, die sich immer fragte, wie ihr Leben anders hätte verlaufen können.

Durch die Erbschaft ihres Vaters konnte sie eine Gesangskarriere starten. Sie konnte sich einen privaten Gesangslehrer und einen Klavierspieler leisten, mietete Konzertsäle, gründete und finanzierte den Verdi-Club, wo sie auch auftrat.

Und sie leistet sich einen zweiten Ehemann (ohne Trauschein allerdings), den erfolglosen Shakespeare-Schauspieler St. Clair Bayfield (Hugh Grant). Der macht seine Sache gut. Kümmert sich liebevoll um sie, hält die Realität von ihr fern, besticht Journalisten, lauscht mit Engelsgeduld ihren haarsträubenden Gesangsübungen, trifft eine Vorauswahl der Zuschauer und filtert die Zeitungen mit Verrissen. Geradezu rührend, wie er sie liebevoll zu Bett bringt, ihr die Perücke vom Kopf streift – sie hat wegen Syphilis die Haare verloren – und sie anschließend mit einer Shakespeare-Rezitation in den Schlaf wiegt. Um anschließend zu seiner Geliebten zu fahren. Die Beziehung zu Florence ist platonisch, wegen der Ansteckungsgefahr. Ob sie weiß, was er treibt, kann man in ein, zwei Szenen erkennen. Meryl Streep schafft es, mit einem kurzen Innehalten mitten in einem Satz, mit einem Blick, zu zeigen, dass Florence ihren „Ehemann“ durchschaut.

Sie erscheint zunächst komplett hilflos ohne ihn, aber als er verreist ist, organisiert sie mit ungeheurer Energie eine Schallplattenaufnahme, erreicht, dass sie im Radio gespielt wird und mietet die Carnegie-Hall für einen Auftritt – der Olymp!

Einfach herrlich in einer Nebenrolle ist Simon Helberg als Klavierbegleiter Cosmé McMoon. Traut er anfänglich nicht seine Ohren und weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll und um Fassung ringt, erliegt er nach und nach ihrem Charme. Und schließlich – die Carnegie-Hall ist für ihn auch das Größte.

Meryl Streep musste sich das schräge Singen antrainieren, sie kann es eigentlich viel besser – hier eine Filmszene:

 

Kann man anschauen!

 

Hier kann man die echte Florence Foster Jenkins hören:

 

„Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte.“

Florence Foster Jenkins

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Über perlengazelle

Ich komme: aussem Pott. Ich bin: eine Rechenknechtin, Erbsenzählerin, Randfichte, Sitzriesin, Heinzelmännin. Ich mag: Woody Allen, Mascha Kaléko, Rilke, Siri Hustvedt, Vilhelm Hammershøi, Hannes Wader, Ludwig Hirsch, Kimmo Joentaa, Professor Boerne, Meryl Streep, Dr. Eddie „Fitz“ Fitzgerald, Walt Kowalski, den Ruhrpott-Humor, lesen, schreiben, rechnen, Föhr, Kaffee, Katzen … ... und ... und ... und ... mails an perlengazelle@web.de
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6 Antworten zu Sie hat gesungen

  1. SätzeundSchätze schreibt:

    Habe bisher nur die Vorschau gesehen, aber richtig Lust auf den Film – wird wohl die nächsten Tage fällig …

    Gefällt mir

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