Inspiration japonaise

 

Mary Cassatt_The Bath

 

 

 

 

 

 

Mary Cassatt_The Bath 1891

 

 

Die japanische Kunst ist für die Entwicklung der europäischen Moderne von grundlegender Bedeutung. Nahezu alle großen Meister von Manet, Degas, Cézanne, Monet bis Gauguin, van Gogh, Bonnard und Vuillard haben sich von japanischen Bildmotiven und Stilmitteln begeistern und inspirieren lassen. Das Museum Folkwang („Das schönste Museum der Welt“), das eine früh angelegte Sammlung japanischer Kunstobjekte besitzt, widmet diesem Kapitel der Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts eine umfassende Ausstellung.

Tissot

 

 

 

 

 

 

James Jacques Joseph Tissot_ Junge Frauen beim Betrachten japanischer Gegenstände, 1869

 

Auf den Pariser Weltausstellungen 1867 und 1878 präsentierte Japan verschiedenste Erzeugnisse wie Lackarbeiten, Keramiken, Schwerter, Textilien, Holzschnitte und Malereien. Das Pariser Publikum war so begeistert, dass jeder, der modern sein wollte, in seiner Wohnung etwas Japanisches haben musste.

Van Gogh legt sich eine bedeutende Sammlung japanischer Drucke zu, Monet lebt seine Leidenschaft für japanische Botanik in seinem Garten in Giverny aus. Dort ließ er japanische Pflanzen  setzen. Auch die Anlage eines Seerosenteichs und einer kleinen Holzbrücke war japanisch inspiriert.

Degas_Orchestermusiker

Whistler_Nocturne in Blau und Silber verkleinert

Edgar Degas_Orchestermusiker 1872

Degas` radikal beschnittene Motive von Orchestermusikern und Streichinstrumenten zeigen den Einfluss japanischer Vorbilder (Hiroshige)

 

 

 

 

 

 

James Abbott McNeill Whistlers Nocturne in Blau und Silber: Lichter bei Cremorne erinnert an ostasiatische Tuschmalerei.

 

 

Van Gogh_la courtisane
Als van Gogh 1886 nach Paris gekommen war, ließ er Motive japanischer Holzschnitte in seine Gemälde einfließen, wie in die Japonaiserie nach Keisai Eisen. 1887 war die Japan gewidmete Sonderausgabe der Illustrierten Paris Illustré mit der von Keisai Eisen 1840 geschaffenen Kurtisane auf dem Titelbild erschienen.

 

Hiroshige Ando_Pflaumengarten bei Kameido

 

 

 

 

 

 

Sein Sämann bei Sonnenuntergang weist ähnliche gestalterische Elemente wie Hiroshiges Blatt Der Pflaumengarten von Kameido auf, von dem van Gogh ein Exemplar besaß.

 

 

Van Gogh muss den japanischen Geist offenbar korrekt verinnerlicht haben. Seine Bilder lösten  in den 1920iger Jahren in Japan einen wahren Hype aus.

 

Weniger bekannt ist, dass viele Künstler der beginnenden Moderne auch Sammler erotischer Farbholzschnitte aus Japan – den sogenannten shunga („Frühlingsbilder“) waren. Degas, Toulouse-Lautrec, Rodin und Picasso schöpften daraus Anregungen für ihre Darstellungen. „Die Kunst ist niemals keusch“, sagte Picasso, der sich am intensivsten damit auseinandergesetzt hat. In seiner Serie Raffael und die Fornarina lässt sich am deutlichsten der Bezug zu seiner shunga-Sammlung feststellen, die er in den 30er Jahren erwarb.

Aber auch Schriftsteller wie Zola und die Brüder Goncourt waren fasziniert. „Neulich habe ich Alben mit japanischen Obszönitäten gekauft. Das erheitert mich, amüsiert mich, bezaubert mein Auge. Ich betrachte das ungeachtet des Obszönen, das darin steckt und doch auch wieder nicht … Die Heftigkeit der Linien, das Unerwartete der Zusammenstellung … das Launige der Posen und Dinge … und die Landschaft der Geschlechtsteile sozusagen.“, schrieb Jules Goncourt, einer der Japan-Liebhaber der ersten Stunde, 1863 in ihr gemeinsames Tagebuch.

Die Lust am fernöstlichen Zitat blieb bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Odilon Redon_Sillleben mit BlumenOdilon Redon_ Vase mit japanischen Krieger 1905

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://www.museum-folkwang.de/

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Über perlengazelle

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