Schwindendes Blau

Lupine

Lupinenblau – so war doch was

In meiner Kindheit. War es Glas?

Was war so blaß wie die Lupinen,

Die sich wie wild dem Licht zudrehn,

Wie blaue Flammen, die nicht brennen

Und doch so überschnell vergehn?

Glas war es, Steine, Glitzerkram,

Weiß nicht mehr, wie er an mich kam,

Weiß nur noch dieses bleiche Blau,

Die Sehnsuchtsfarbe. Morgentau

Im leichten Himmelslicht erstarrt,

Und ein Gefühl von solcher Art:

Glückstropfen, in der Faust zerpreßt,

Verloren. Doch es blieb ein Rest

Der Sehnsuchtsfarbe Lerchenblau.

Lupinen brennen unterm Tau.

Eva Strittmatter

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Über perlengazelle

Ich komme: aussem Pott. Ich bin: eine Rechenknechtin, Erbsenzählerin, Randfichte, Sitzriesin, Heinzelmännin. Ich mag: Woody Allen, Mascha Kaléko, Rilke, Siri Hustvedt, Vilhelm Hammershøi, Hannes Wader, Ludwig Hirsch, Kimmo Joentaa, Professor Boerne, Meryl Streep, Dr. Eddie „Fitz“ Fitzgerald, Walt Kowalski, den Ruhrpott-Humor, lesen, schreiben, rechnen, Föhr, Kaffee, Katzen … ... und ... und ... und ... mails an perlengazelle@web.de
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4 Antworten zu Schwindendes Blau

  1. Elvira schreibt:

    Wogendes Blau am Waldesrand,
    Lupinen, wie sie jeder kennt,
    doch sind sie mehr
    als nur ein Augenschmaus.
    Lupinen schmelzen auf der Zunge,
    süßlasterhaften Sünden gleich,
    das Blau chamäleonhaft verwandelt
    in Weiß und Rot und Braun.

    Leider fehlt mir im Augenblick die Zeit (ich muss in einer Stunde los zur Knie-OP) um das Rätsel der Lupinenverwandlung dichterisch zu lösen. Ich spreche hier von einer genialen Erfindung: Lupineneis. Es wurde von der Fraunhofer Gesellschaft entwickelt, die schon lange forscht, wie Lupinensamen für Lebensmittel verwendet werden kann. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die Lupine auch die Sojabohne des Nordens genannt wird. Dieses Eis jedenfalls ist für mich das beste vegane Eis auf dem Markt. Im letzten Jahr gab es drei Geschmacksrichtungen, was völlig ausreichend ist. Ich freue mich schon auf die erste Portion in diesem Sommer!

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  2. perlengazelle schreibt:

    Dann wünsche ich gute Besserung für’s Knie! Vielleicht ist die Rekonvaleszenzzeit günstig, um dem Geheimnis der Lupinen auf die Spur zu kommen. 🙂
    Dass man Lupinensamen isst, war mir völlig neu.

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  3. Kastanie schreibt:

    Schön, dass Du ein Gedicht von Eva Strittmatter heraus gesucht hast. Sie gehört schon lange zu meinen Lieblingslyrikerinnern. Das macht mir Lust, mal wieder in ihre Gedichtbände rein zu lesen…

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  4. perlengazelle schreibt:

    Unbedingt! Ich mag sie auch sehr. Gleich hinter Mascha Kaléko natürlich … 😉

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