Blaue Pflaumen fraß das Kind

George Spencer Watson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

George Spencer Watson_Henry Collinsplatt

Was ein Kind gesagt bekommt

Der liebe Gott sieht alles.

Man spart für den Fall des Falles.

Die werden nichts, die nichts taugen.

Schmökern ist schlecht für die Augen.

Kohlentragen stärkt die Glieder.

Die schöne Kinderzeit, die kommt nie wieder.

Man lacht nicht über ein Gebrechen.

Du sollst Erwachsenen nicht widersprechen.

Man greift nicht zuerst in die Schüssel bei Tisch.

Sonntagsspaziergang macht frisch.

Süßigkeiten sind für den Körper nicht nötig.

Kartoffeln sind gesund.

Ein Kind hält den Mund.

Bertolt Brecht

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Über perlengazelle

Ich komme: aussem Pott. Ich bin: eine Rechenknechtin, Erbsenzählerin, Randfichte, Sitzriesin, Heinzelmännin. Ich mag: Woody Allen, Mascha Kaléko, Rilke, Siri Hustvedt, Vilhelm Hammershøi, Hannes Wader, Ludwig Hirsch, Kimmo Joentaa, Professor Boerne, Meryl Streep, Dr. Eddie „Fitz“ Fitzgerald, Walt Kowalski, den Ruhrpott-Humor, lesen, schreiben, rechnen, Föhr, Kaffee, Katzen … ... und ... und ... und ... mails an perlengazelle@web.de
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2 Antworten zu Blaue Pflaumen fraß das Kind

  1. Elvira schreibt:

    Was bekäme ein Kind heute gesagt, übertrüge man Brechts Worte in die Jetztzeit? Würde Gott durch NSA ersetzt? Das Sparen behielte sicher seine Gültigkeit. Taugenichtse haben bei Tigermüttern auch heute keine Chance. Statt des Schmökerns macht das Dauergucken auf diverse Bildschirmen Rechnern/Tablets/Phones die Augen kaputt. Sport holt Kids von der Straße und die Kinderzeit ist vorbei, kaum dass sie begonnen hat. Gebrechen wird ersetzt durch Rassismus und Erwachsenen sollte immer noch keine Widerrede gegeben werden. Fastfood ist ungesund, mehr Bewegung dringend erforderlich, und an der Kasse wird keine Quengelware gekauft. Wenn Pommes, dann aber fettfrei. Und jetzt halt endlich mal deinen Mund und lass die Erwachsenen reden.
    Kindsein ist anders geworden, aber nicht unbedingt einfacher.

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  2. perlengazelle schreibt:

    Das Gedicht wurde 1937 geschrieben. In den folgenden Kriegsjahren hätte ich nicht Kind sein mögen. Aus dieser Perspektive gesehen, empfinde ich heute, dass manches Jammern auf recht hohem Niveau statt findet. Wobei mir durchaus bewusst ist, dass es in unserer Zeit Kinder gibt, die ohne Schutzengel auf die Welt kommen …

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