Der farblose Aufziehschafmann am Strand

Murakami: Ich bin nicht religiös. Ich glaube nur an die Vorstellungskraft. Und daran, dass es nicht nur eine Realität gibt. Die wirkliche Welt und eine andere, irreale Welt bestehen zugleich, sie hängen ganz eng miteinander zusammen. Manchmal vermischen sie sich. Und wenn ich es will, wenn ich mich stark konzentriere, kann ich die Seiten wechseln. Ich kann kommen und gehen. Das passiert in meiner Literatur. Darum geht es. Meine Geschichten spielen mal auf der einen, mal auf der anderen Seite, und ich bemerke den Unterschied nicht einmal mehr.

ZEIT: Also geht es, wenn Sie von der anderen Seite sprechen, um einen literarischen Spiritismus?

Murakami: Es geht darum, was beim Schreiben passiert. Um die Dinge, die mir in meiner Vorstellungskraft begegnen und beim Erzählen der Geschichte helfen. Das können Einhörner, Schafe, Elefanten und Katzen sein, aber auch die Dunkelheit und die Musik. All das bekommt erst durch das Schreiben eine Seele. Es ist wie im Animismus. Die Dinge kommen zu mir, ohne dass ich sie rufe. Ich muss mich nur sehr darauf konzentrieren.

 

http://www.zeit.de/2014/03/haruki-murakami

Advertisements

Über perlengazelle

Ich komme: aussem Pott. Ich bin: eine Rechenknechtin, Erbsenzählerin, Randfichte, Sitzriesin, Heinzelmännin. Ich mag: Woody Allen, Mascha Kaléko, Rilke, Siri Hustvedt, Vilhelm Hammershøi, Hannes Wader, Ludwig Hirsch, Kimmo Joentaa, Professor Boerne, Meryl Streep, Dr. Eddie „Fitz“ Fitzgerald, Walt Kowalski, den Ruhrpott-Humor, lesen, schreiben, rechnen, Föhr, Kaffee, Katzen … ... und ... und ... und ... mails an perlengazelle@web.de
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Der farblose Aufziehschafmann am Strand

  1. buzzaldrinsblog schreibt:

    Das Interview kannte ich bereits, aber ich finde ja deinen Titel genial. 😉

    Gefällt mir

  2. perlengazelle schreibt:

    Macht Spaß – das Titelfinden. 🙂

    Gefällt mir

  3. Elvira schreibt:

    Das mit den Titeln geht mir auch so. Murakami betreffend tue ich mich schwer. Kafka am Strand wartet schon lange darauf, zuende gelesen zu werden.

    Gefällt mir

  4. perlengazelle schreibt:

    An Murakami scheiden sich wohl die Geister. Habe “Kafka am Strand” und “Afterdark” im Regal stehen – die warten schon lange.
    Murakmi im Interview klingt auf jeden Fall vielversprechend ….

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s